Der neue Tatort anders als ARD: „Gärtnerplatz in München – alles muß raus!“

Eine Immobilienfirma kauft ein renovierungsbedürftiges Mietshaus am Gärtnerplatz, ein Jahr später sind fast alle Bewohner ausgezogen, obwohl sie rechtlich zehn Jahre hätten bleiben dürfen. Sie fühlen sich vertrieben. Eine typische Geschichte vom Münchner Immobilienmarkt.

Von Jakob Wetzel
Am Ende ging es ganz schnell. 60 Jahre lang hat Betty Nagler in der Corneliusstraße 20 gelebt. Für die anderen Mieter war die 90-Jährige die „gute Seele“ des Hauses, für die Nachbarskinder wie eine Großmutter. Eine enge Gemeinschaft sei im Haus über Jahrzehnte gewachsen, erzählen ehemalige Mieter. Doch im vergangenen Jahr wurde alles anders: Das Haus wechselte den Eigentümer, der neue Besitzer will die Wohnungen sanieren und als Eigentumswohnungen verkaufen.

Es dauerte kein Jahr, da war Betty Nagler aus ihrer Wohnung verschwunden, und nicht nur sie: Das Anwesen ist inzwischen fast vollständig mieterfrei. Sie habe nicht gehen wollen, sagt Betty Nagler heute. 2011 war ihr Mann gestorben, sie wollte nach dem Ehemann nicht auch noch ihre Heimat verlieren. Weiterlesen