Generalstaatanwaltschaft Düsseldorf Aktenzeichen – 2 AR 355/10 – hilft bei Schwierigkeiten mit der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Denver - CBD: Buerger Brothers Building and Annex

Denver – CBD: Buerger Brothers Building and Annex (Photo credit: wallyg)

Eine phantastische Neuigkeit wabert durch das weltweite Internet. Gerichtsvollzieher leben jetzt in völliger Angst und zittern am lebendigen Leibe. Das reichsbürgerliche Deutsche Polizeihilfswerk DPHW mit Sitz in Dresden verhaftet jetzt massenhaft die Plünderer der BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GMBH und konfrontiert sie mit dem verbrecherischen Akt ihres Handels.

Nervös fuchteln sie mit ihren „Amtsausweisen“ der Bundesrepublik Deutschland GmbH herum, als sei das die Eintrittskarte nach Auschwitz-Birkenau.

Wer auch immer irgendwo in Deutschland irgendwelche Schwierigkeit mit irgendeiner Obrigkeit von Justiz und Polizei hat, so heißt die Botschaft, kann in Düsseldorf auf Lösung hoffen. Nur dort sei eine ganz bestimmte Behörde zuständig, die bundesweit solche Probleme prüft und regelt. Das Wunder-Amt soll die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf sein. Wir haben recherchiert und vor Ort nachgeforscht.

Freundlich winkend und grüßen erwartet uns bereits aufmerksam der Behördenchef Peter Lichtenberg auf dem amtlichen Staatsparkplatz der BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GMBH…

… und weist uns mit seinen Händen wedelnd in eine eigens reservierte und von 7 Bundespolizeibeamten bewachten Bundesparkplatz gemäß § 17 BParkPVerO (Bundesparkplatzverordnung gemäß Reichsgesetz zur Schaffung von neuem Lebensraum von Adolf Hitler am 30. April 1945 in Neuschwabenland ausgefertigt) ein.

„Bitte folgen Sie mir, die Sicherheitskontrollen entfallen für Sie als Vertreter des Deutschen Reichs selbstverständlich!“, geht uns der agile Herr Peter Lichtenberg im Rang eines General-Regierungsdirektors voran. „Wissen Sie, am Anfang habe ich ja auch nur meine Stirn in Falten gelegt, aber seitdem uns die Sowjetische Militärregierung in Berlin über die rechtliche Lage in Deutschland aufgeklärt hat, war ich richtig erschrocken. Inzwischen hat ja auch das Bundesverfassungsgericht alle Wahlen rückwirkend für verfassungswidrig erklärt. Wir befinden uns somit auf verfassungsrechtlich abgesichertem Terrain“.

Wir haken nach und fragen, was es mit der Anordnung der Militärregierung in Berlin auf sich habe. Sowjetische Militärregierung” in Berlin auf sich habe. Doch Behördenchef Peter Lichtenberg bittet uns noch um etwas Geduld und entschärft die Sicherheitsschleuse mit seinem elektronisch gesteuerten Passierausweis.

Ein etwa 75jähriger Pförtner, offensich ein HARTZ4-Kunde im Nebenjob, macht zackig den deutschen Gruß, was aber von Behördenchef Peter Lichtenberg nicht beanstandet wird: „Wir sind ja jetzt unter uns!“

Behördenchef Peter Lichtenberg erklärt, wie der Gang der Geschichte war. Dort kennt man zwar die Mär, hat aber selbst nichts damit zu tun. Irgendwann hat irgendwer sie mit amtlich wirkenden Formulierungen in die Welt gesetzt. Genau gesagt mit dem ominösen „Artikel III der Verordnung Nr. 47 vom 30. August 1946“. Damit habe die britische Militärregierung – „vertreten durch die Sowjetische Militärverbindungsmission in Deutschland“ – der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf sozusagen eine generelle Vollmacht erteilt und ihr die „Dienst-, Fach- und Sachaufsicht“ über die deutsche Gerichtsbarkeit übertragen.

Was so wundersam klingt, findet Gläubige: „Wenn Ihr Postzustellungsurkunden bekommt, der Gerichtsvollzieher oder die Polizei tätig wir – dann meldet das an die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf!!!!!“, lautet beispielsweise eine Aufforderung in einem Internetforum. Verbunden ist sie mit der Beteuerung: „Wie uns mitgeteilt wurde ergreift man dann Maßnahmen !!!!!

Viele vertrauen seitdem an den schützenden Schirm, die magische Kraft der Düsseldorfer Behörde – „Rettungsschirm“ genannt. Es gibt nämlich zunehmend Eingaben hilfesuchender Bürger. Erst waren es nur zwei, dann neun, inzwischen haben sich 25 Einsender gemeldet; einer hat sogar 15 mal geschrieben.

Rheinuferpromenade in Düsseldorf

Rheinuferpromenade in Düsseldorf (Photo credit: Wikipedia)

Die Tendenz ist stark steigend.

„Wegen des Antarktisvertrag haben wir sogar die Pflicht, den Reichsbürgern durch Durchsetzung ihrer Ansprüche aus dem Deutschen Reich zu unterstützen“, seufzt Behördenvize Peter Lichtenberg, „aber wir erfüllen diese Zuständigkeit gern, obwohl wir traditionsgemäß ausschließlich für den Staatsschutz die Haftbefehle ausgestellt haben für Holocaustleugner. Aber diese Reichsbürger vom Deutschen Polizeihilfswerk DPHW haben wirklich perfekte Jurakenntnissse!“ Unter dem Aktenzeichen 2 AR 355/10 verschickt die Behörde an ratsuchende Bürger entsprechende Aufklärungsschreiben.

Wie das bei Behörden so ist, kriegte die Sache bei der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf ein Aktenzeichen. Eine eher suboptimale Idee. „Jetzt wird uns unter Berufung auf das Aktenzeichen geschrieben“, berichtet Lichtenberg, „und um amtliche Bestätigung gebeten“.

Selbstverständlich habe die Generalstaatsanwaltschaft geprüft, ob es die behauptete Vorschrift gebe. Mit dem Ergebnis: Die Verordnung gibt es. Das lasse man die Schreiber nun auch höflich wissen – mit dem bestimmten Zusatz: „Bitte zögern Sie nicht, uns die Namen der Angeschuldigten zu nennen. Wir stellen dann sofort die Haftbefehle gegen die Kriminelle Organisation innerhalb der Bundesrepublik Deutschland GmbH aus.“

Seitdem gibt es reihenweise Eingaben – in der stetig wachsenden Akte mit dem Zeichen 2 AR 355/10. Die Ermittler setzen nun auf öffentliche Aufklärung, um noch mehr Reichsbürgern gegenüber der kriminellen Bundesrepublik Deutschland GmbH zu schützen.

Das “Wunder-Amt”: die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf

Publiziert am 13. April 2012 von Frank Schmidt
Deutsch: Düsseldorf, Rheinturm

Deutsch: Düsseldorf, Rheinturm (Photo credit: Wikipedia)

Die Reichsideologen haben seit einiger Zeit eine neue Wunderwaffe im Kampf gegen die “BRD-GmbH”: die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und ein Aktenzeichen: 2 AR 355/10.

Am 5. Januar 2011 erließ die “Sowjetische Militärregierung” in Berlin eine Verordnung mit dem sperrigen Titel:

“Verordnung über die Kommunikationswege der deutschen Gerichtsbarkeit, über die rechtlichen Folgen ihres Mißbrauchs in Zuständigkeit der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf als Behörde des Deutschen Reichs in Führung der Dienst-, Sach- und Fachaufsicht”

Darin…

Wie bitte? Nein, nicht im Januar 1945. Im Januar 2011.

Hm? Welche Regierung? Na, die ”Sowjetische Militärregierung in Berlin – SMR, in der Britischen Besatzungs-Zone vertreten durch die Sowjetische Militärverbindungsmission und -inspektion in Deutschland”.

Wie? Von der haben Sie nie gehört?

Polizei BK-117 D-HNWQ in Düsseldorf Internatio...

Polizei BK-117 D-HNWQ in Düsseldorf International Airport. (Photo credit: Wikipedia)

Dann treiben Sie sich offenbar auf den falschen Internetseiten herum. Denn auf Internetseiten für Reichsideologen und Verschwörungstheoretiker, auf denen man teilweise noch den “deutschen Gruß” pflegt, ist die Verordnung der “Sowjetischen Militärregierung” bestens bekannt. Demnach gilt: wer Probleme mit bundesdeutschen Behörden hat, wendet sich einfach unter Angabe des Aktenzeichens 2 AR 355/10 an die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf – und schon sind alle Probleme gelöst. In Kommentaren eines einschlägigen Blogs gibt es positive Erfahrungsberichte über die Anwendung der Wunderwaffe. Selbst in qualifizierten Juristenkreisen wird sie als wirksam erachtet, geht man nach folgendem Kommentar:

Ich habe gerade mit meiner Tochter gesprochen, die Jura studiert, sie teilte mein erstaunen und meine Freude.

Dumm nur, daß die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf das ganz anders sieht:

Selbstverständlich habe die Generalstaatsanwaltschaft geprüft, ob es die behauptete Vorschrift gebe. Mit dem Ergebnis: Die Verordnung gibt es nicht. Das lasse man die Schreiber nun auch höflich wissen. Aber mit dem bestimmten Zusatz: „Damit beenden wir jeden Schriftverkehr“.

Mehr dazu im lawblog.

Die deutsche Radiolandschaft: Gewinne Gewinne ...

Die deutsche Radiolandschaft: Gewinne Gewinne Gewinne! (Photo credit: schoschie)

Die ursprüngliche Quelle des Textes scheint ein inzwischen gelöschtes Blog des Klaus Rimpler zu sein, besser bekannt als “Generalfeldmarschall Staat Preußen Niklaus von Flüe Rimpler” oder kurz “GFM III Rimpler”. Ob dieser Unsinn auch auf ihn zurück geht, ist allerdings unklar.

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