Skandal im Sperrgebiet: Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung setzt Merkel vor 300 Mitgliedern mit Hitler gleich

Mal wieder ein unpassender Nazi-Vergleich: Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler (52), hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in seiner Weihnachtsansprache vor rund 300 Mitarbeitern in eine Reihe mit Adolf Hitler gestellt. Den Bericht der Tageszeitung

Mal wieder ein unpassender Nazi-Vergleich: Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler (52), hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in seiner Weihnachtsansprache vor rund 300 Mitarbeitern in eine Reihe mit Adolf Hitler gestellt. Den Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ kommentierte Köhler gestern mit den Worten, es habe sich um eine ironische Aussage gehandelt.

CDU Egbert Lliskow

CDU Egbert Lliskow

Der Ärzte-Funktionär wollte mit seinem Hitler-Vergleich offenbar nicht die Politik der Kanzlerin kritisieren, sondern – auf äußerst eigenwillige Weise – deutlich machen, dass eine Zentralisierung der KBV ähnlich schwierig sei wie die Europas. Laut einer Mitschrift, die dieser Zeitung vorliegt, begann Köhler die Passage mit der Aussage, die Europäer wollten gern in kleinen, selbstständigen Nationen leben, während die Politiker sie immer wieder einigen wollten. „Julius Cäsar, Karl der Große, Napoleon, Adolf Hitler, Angela Merkel – die Liste der Staatsleute, die versuchten, Europa zu einigen ist sehr lang. Und stets scheiterten die Bemühungen an folgendem: Niemand kann sich vorstellen, zusammen in ein und demselben Haus Europa zu wohnen.“ Auch der Vorstand der KBV bemühe sich immer wieder, Dezernate, Abteilungen und Referate zu einigen, scheitere aber stets daran.

KBV-Chef Andreas Köhler fühlt sich mißverstanden.jpg

KBV-Chef Andreas Köhler fühlt sich mißverstanden.jpg

Gegenüber der MAZ erklärte Köhler, es sei nie sein Ziel gewesen, „Frau Merkel auf eine Stufe mit Adolf Hitler zu stellen“. Er habe auf ironische Art die Dezernate der KBV mit europäischen Ländern vergleichen wollen.

Die KBV ist die Dachorganisation der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen und vertritt die rund 150 000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland. Sie handelt mit den gesetzlichen Krankenkassen die Vergütung der ärztlichen Leistungen aus und untersteht der Aufsicht des Bundesgesundheitsministers. Abgeordnete von SPD, Grünen und Linken kritisierten den Vergleich Köhlers, der bei der Bundeswehr Medizin studierte, aber nie selbst als niedergelassener Arzt gearbeitet hat. Er handelte nach früheren Null-Runden für die Mediziner zum Teil beträchtliche Erhöhungen ihrer Entlohnung aus, geriet im vergangenen Jahr aber selbst in die Kritik, weil er auch sein eigenes Gehalt um 90 000 Euro auf 350 000 Euro anheben wollte, was Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) verhinderte.

2002 musste Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) ihr Amt aufgeben, weil sie bei einer Wahlveranstaltung den damaligen US-Präsidenten George Bush mit Hitler verglichen hatte. (Von Joachim Riecker)

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